23. Aug. 2010

Trotz des Versprechens mit dem geplanten Minarettbau zu warten und erst einmal bei den Bürgern um Verständnis zu werben und Aufklärungsarbeit zu leisten, soll das Minarett nun schon in diesem Jahr gebaut werden. „Wir ziehen das jetzt durch.“ so Ömer Karaca und betont, dass es nicht mehr um das „Ob“, sondern nur noch um das „Wann“ gehe: „Wir haben sehr viel Rücksicht auf die Bevölkerung genommen, als wir unseren Antrag zu Beginn des Jahres auf Eis gelegt haben. Jetzt aber werden wir unser Vorhaben durchziehen. Diejenigen, die gegen das Minarett sind, werden wir ohnehin niemals auf unsere Seite ziehen können. Mein Eindruck ist aber, dass nur wenige dagegen sind.“

Die Bevölkerung von Bad Lippspringe haben nun alles andere als Verständnis für den Bau- fühlen sich überrannt und hintergangen.

Wir berichteten bereits Anfang diesen Jahres von der Podiumsdiskussion. Schon dort wurde auf die Anliegen und Ängste der Bürger gar nicht eingegangen. Im Vordergrund stand das Minarett als Bau.

Ganz offensichtlich waren nur die Abstandsgrenzen zum Nachbargrundstück Grund für das Aussetzen des Vorhabens und nicht die Bemühung um Akzeptanz in der Bevölkerung. Seit der Podiumsdiskussion passierte in der Hinsicht seitens der türkisch-islamische Gemeinde überhaupt nichts. Nun wird ein neuer Bauantrag gestellt. Das ist rechtlich vollkommen in Ordnung. Die Stadt Bad Lippspringe kann diesen Antrag nicht ablehnen.

Nun stellt sich aber die Frage, wie sich die türkisch-islamische Gemeinde das weitere Zusammenleben vorstellt, wenn dieses von der Mehrheit der Bad Lippspringer ungeliebte Bauwerk wirklich errichtet wird. Sich über die Köpfe der verärgerten und ängstlichen Bevölkerung hinwegzusetzen ist eindeutig der falsche Weg.

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