10. Mai. 2009

Diese Burg steht im niedersächsischen Landkreis Schaumburg, der durch dieses Gebäude seinen Namen erhielt. Der ursprüngliche Name dieser Burg war „Schauenburg“. Diese Bezeichnung sollte die Lage der Burg als guten Aussichtsplatz („Schauinsland“) beschreiben. Von der ins Land schauenden Burg – „dere schouwenden bourg“- wurde bereits in alten Urkunden berichtet, denn man kann, von der auf dem Nesselberg gelegenen Burg einen weiten Ausblick in das fruchtbare Weserbergland genießen. Auf Grund dieser Lage, befindet sich seit dem 13. Jahrhundert das Nesselblatt auf dem Wappen Schaumburgs, da sie das Wahrzeichen Schaumburgs darstellt. Ursprünglich war auf dem Wappen ein blauer Löwen in einem weißen Feld. 12km östlich von Rinteln kann man die Schaumburg oberhalb der Weser in einem Waldgebiet finden.

Geschichte  der Burg

Der Vorgänger der Burg war ein Jagdhaus, das vor etwa 900 Jahren dort stand und dem aus Rodenberg stammenden Adolf von Santersleben gehörte. Die Schaumburg wurde erst durch dessen Sohn, Adolf dem Zweiten, zur Burg ausgebaut und erhielt den Namen Edler von Schaumburg. Bekannt war die Burg als beliebter Treffpunkt der Grafen Schaumburgs, die sich im 13. Jahrhundert dort trafen. Die Witwe Elisabeth von Schaumburg, zog 1517 in die Burg ein und verstarb 1646, mit der auch der letzte Bewohner dieses Gebäudes verschwand.

Die Hauptlinie der Schaumburger starb 1640 mit dem Grafen Otto aus. In Folge dessen, wurde das Land zwischen Braunschweig- Lüneburg, dem Grafen Lippe und Hessen – Kassel getrennt. Hessen bekam die Burg und das Amt Schaumburgs konnte sich dort niedersetzen. Das Gebäude verfiel, nachdem sie 1821 den Domäne Coverden gedient hatte.

1873 gebrauchte man sie als Gasthaus nach dem die Schaumburg 1866 in den preußischen Besitz übergegangen war. Die noch heute im Eigentum der Grafenfamilie Schaumburg – Lippe befindliche Burg, bekam sie am 16. April 1907 vom Kaiser Wilhelm dem Zweiten geschenkt.

Baubeschreibung der Burg

Die Burg wurde in verschiedenen, ausgedehnten Zeiträumen erbaut, umgebaut und restauriert. So wurde der obere Burghofteil etwa 1100 umgemauert, die untere Burg um 1390. Sie ist im Renaissancestil erbaut worden. In heutiger Zeit kann man noch die Aufgliederung der Berg erkennen, auch wenn einer von ursprünglich vier Türmen fehlt. Sie besteht aus einer tiefer gelegenen Vorburg und einer höheren Hauptburg und einem noch heute erhaltenden Bergfried.

Die  Blutlinde

Die Burglinde oder „Blutlinde“ bezeichnet einen 600 Jahre alten Baum vor der Schaumburg.

Es versammelte sich eine große Menschenmenge aufgrund eines Gerichtsprozesses vor der Burg, während der Schaumburger Graf Otto der Erste am 1. Mai 1389 in Gefangenschaft schmachtete. An einem langen Tisch saßen Richter und Schöffen, die ein, vor ihnen stehendes, zur Zauberei angeklagtes Mädchen, verurteilen sollten.

Energisch und mit ergreifenden Worten, versuchte sie der bevorstehenden Todesstrafe zu entgehen und beteuerte ihre Unschuld auch noch, als Diese furchtbare Folterungen über sich ergehen lassen musste. Jedoch sollte, wie bei so vielen Hexenprozessen des Mittelalters, ein Gottesurteil über ihr Schicksal entscheiden, welches jedoch fast immer den Tod der Angeklagten zur Folge hatte. Über jenes Mädchen, sollte die Wasserprobe entscheiden.

Eine Methode, in der die „Hexe“ mit verbundenen Händen und Beinen in ein Gewässer geschmissen wurde. Konnte die Frau trotz der Fesselungen schwimmen, war somit der Beweis gebracht, dass man tatsächlich eine Hexe vor sich hatte und die Person wurde anschließend auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Ertrank eine Angeklagte im Wasser, so wurde sie unschuldig gesprochen.

Als das Mädchen beim Gerichtsprozess in Schaumburg über das Burgtor in Richtung Arensburg schritt, an dessen Burgteich die Wasserprobe durchgeführt werden sollte, ergriff sie ein Lindenreis und rief: „So gewiss dies Reis grünen wird, so wahr ist meine Unschuld!

Als das Ziel der weiteren Vernehmung erreicht war, standen die Zuschauer schweigend und betend am Gewässer. Zwei Knechte banden dem Mädchen einen Strick um ihren Körper und kurz darauf, wurde sie in die Flut geschmissen. Sie ertrank im Wasser, und somit war eine Schuldlose gerichtet. Das Lindenreis, welches die Unschuld beweisen sollte, blühte auf und aus diesem wuchs ein riesiger, kräftiger Baum, der bis heute noch erhalten ist.

Heutige Nutzung

Der heutige Nutzen der Schaumburg besteht darin, dort seit Ende des 20. Jahrhunderts Mittelaltermärkte zu veranstalten. Auch befindet sich im Inneren eine Gaststätte.

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