Nach der umstrittenen Durchsuchungswelle in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Brandenburg aufgrund einer Demonstration, die sich gegen die fatale Bevölkerungspolitik der Demokraten richtete, erreichten uns die Gedankenprotokolle von mehreren Betroffenen. Eines davon wollen wir euch in Auszügen wiedergeben.
Als ich in den Vorlesungssaal komme, erhalte ich einen Anruf: “Die Polizei ist bei Euch und macht seit 7 Uhr eine Hausdurchsuchung. Sie werden wahrscheinlich auch bald bei Dir sein.” Meine Gedanken überschlagen sich. Ich habe in fünf Minuten einen Vortrag zu halten, der meine Semesterleistung für dieses Fach darstellt. Es darf nichts zwischen meine Prüfungen kommen – es sind meine letzten, das würde ein halbes Jahr Verzug im Studium bedeuten.
Ich halte meinen Vortrag. Kurz vor Schluss sehen schon zwei Beamte in zivil durch das Fenster des Vorlesungssaals. Sie kommen herein und zeigen mit dem Finger auf mich: “Du! Rauskommen!”
Ich laufe die Treppe hoch, die Beamten gehen zurück. Ich schließe die Tür hinter mir: “Kripo Sachsen”, sagt der eine. Er ist augenscheinlich nervös. Seine Lippen und schlaffen Wangen zittern beim Sprechen. Später stellt sich heraus, dass er der Einsatzleiter ist. S. heißt er, Dienstbezeichnung KHK. Er hat lichtes, wirres Haar und einen olivfarbenen Parker an. Er wird wohl um die 50 sein und wirkt so nervös, dass ich schon fast Mitleid mit ihm habe. Ob ihm die moralische Verwerflichkeit seiner Tat bewusst ist? Die Antwort steht ihm ins Gesicht geschrieben.
Er verhält sich freundlich. Ich gehe davon aus, dass er bereits bei der Hausdurchsuchung bei meinen Eltern dabei war. Der andere macht einen eher aggressiven Eindruck. Er ist untersetzt und trägt eine schwarze Lederjacke. Sein Name ist G., KOK. Ich schätz sein Alter auf 52. Beide zusammen wirken sehr klischeehaft. Die Rollenverteilung von “guter Bulle, böser Bulle” scheint klar. Sicher machen sie ihren Job schon eine Weile. G. wahrscheinlich früher aus Überzeugung und S. wegen der Pension. Die Stasi-Methoden haben Sie auf jeden Fall noch drauf.
“Gut”, sage ich, “warum sind Sie hier?”
“Das können Sie sich doch sicher denken”, antwortet G. “Es geht um Stolpen.“
“Nein, das kann ich nicht. Ich habe gerade Vorlesung und würde gerne noch meinen Vortrag beenden. Können Sie noch fünf Minuten warten? Dann erledige ich das schnell und komme raus.”
Ich drehe mich um und… der eine sagt: “Aber nur 5 Minuten!”
Die beiden Beamten begleiten mich zu meinem Zimmer. Auf dem Weg dorthin versuche ich herauszubekommen, was mir zur Last gelegt wird. “Gefahr im Verzug”, wird mir geantwortet. “Sie werden verdächtigt, an einer illegalen Versammlung teilgenommen zu haben.”
“Und das rechtfertigt eine Hausdurchsuchung?”
“Der Amtsrichter hat es unterschrieben.”
Ich frage nach dem Durchsuchungsbeschluss, ob ich ihn sehen kann: “Nein, das ändert nichts. Wir machen die Hausdurchsuchung jetzt sowieso.”
Als wir ankommen, warten bereits zwei Beamte vor der Haustür. Einer in Uniform, der andere in zivil. Er hat aggressive Gesichtszüge, trägt eine schwarze Wollmütze von O’Neill, darunter eine Glatze. I. ist sein Name, Dienstbezeichnung KOM. Seine olivgrüne Hose ist ebenfalls von O’Neill, dazu trägt er eine schwarze Jacke. Seine Statur wirkt wie die eines Ringers, jedoch hat er keine Ringerohren. Er ist von einer anderen Wache dazugeholt worden. Wusste angeblich bis zum Dienstantritt nichts von seinem Glück, heute bei der “Großrazzia” dabei zu sein.
Wir gehen hinein. Vor der Zimmertür warten zwei weitere Beamte in Uniform. Einer mit zwei silbernen Sternen auf der Schulter, sicher über 50 Jahre alt. Den anderen schätze ich auf 45. Sie waren auch schon bei der vorherigen Durchsuchung meines Elternhauses dabei.
Ich bekomme immer noch keinen Durchsuchungsbeschluss zu sehen. Da sie drohen, sich gewaltsam Zutritt zu verschaffen, öffne ich die Tür. I. fotografiert das Zimmer. Sie beginnen zuerst, die Schränke zu durchwühlen, dann meine Tasche, das Regal, meinen Rucksack, schließlich mich selbst.
S. führt Protokoll. Sie nehmen meinen Laptop mit. Als ich sage, dass ich ihn für meine Prüfungen benötige, da dort meine Studiendaten drauf sind, sagen sie, dass es vielleicht schneller geht, wenn ich ihnen das Passwort geben würde. Davon bin ich überzeugt – sicher ginge es auch schneller, wenn ich ein von ihnen vorgeschriebenes Geständnis unterschreibe…
Meine Handys werden konfisziert. Während S. noch schreibt, durchsuchen I. und ein weiterer mein Auto und nehmen das Navigationsgerät mit. Danach gehen wir wieder zurück in mein Zimmer. S. ist soweit fertig. Anschließend fahren wir zu meiner Garage, dann auf das Revier.
W. wird noch erwartet. Er habe die Unterlagen für die ED-Behandlung und den unterschriebenen Durchsuchungsbeschluss, sodass alles wartet. Ich frage nach einem Kaffee. Im Polizeirevier gibt es eine Küche, die noch offen hat. Ich hole mir einen Kaffee und etwas zu essen. Die Beamten essen ebenfalls.
W., der auch bei der Durchsuchung meines Elternhauses dabei war, ist endlich eingetroffen. Er ist etwa 30 Jahre, hat blonde, lockige Haare, blaue Augen und einen recht groß wirkenden Ehering. Für sein Alter sieht er recht unsportlich aus – wohl eher der Schreibtischbeamte. Er gibt mir den Durchsuchungsbeschluss für das Haus meiner Eltern und den Beschluss für die ED-Behandlung. Ich soll beides lesen und unterschreiben. Nach kurzer Zeit teile ich mit, dass ich fertig bin, aber nichts unterschreiben werde.
Dann erklärt mir W., dass die DNA-Probe entweder freiwillig durch einen sofortigen Speichelabstrich erfolgt oder mit Gewaltanwendung durch die Blutentnahme von einem Arzt. Er sei für beides durch den Staatsanwalt legitimiert. Ich lasse also die ED-Behandlung über mich ergehen, unterschreibe jedoch nichts. Durchgeführt wird sie von einem Beamten einer anderen Wache. Er ist etwa 40 Jahre alt, hat eine Stirnglatze, trägt ein schwarzes Metalshirt und wirkt wie ein Altrocker. Danach kündigt mir W. das Verhör an. Nachdem ich ihm erkläre, dass dies vergeblich sein wird, ich nicht aussagen werde und auch weiterhin nichts unterschreibe, verlassen wir die Wache.
Ich bekomme die Protokolle von den bei mir beschlagnahmten Sachen, die ich ebenfalls nicht unterschreibe. S. füllt das Protokoll weiter aus, kreuzt Belehrung mit “Ja”, freiwillige Herausgabe mit “Nein” und Widerspruch mit “Ja” an. Dann schreibt er, dass ich die Unterschrift verweigert habe, und wünscht mir einen schönen restlichen Tag. Kurze Zeit später rufe ich einen Anwalt an, der sofort Akteneinsicht beantragt.
Ergänzt: Von den Durchsuchungen Betroffene sollten auch die Hinweise unter www.werde-unsterblich.info beachten.
Quelle: Spreelichter.info



