Gesellschaftskritik: Das Geld geht an die falschen Stellen!
von Westfalen-Nord | Thema: Leser schreiben! | 14. Dezember 2009
Immer mehr Kinder- und Jugendliche werden und müssen sich therapeutisch behandeln lassen. Die Wartelisten, der Region zugeteilten Psychiatrien werden länger und somit auch die Zeitspanne in der das Kind einem Geschehen, welches es innerlich so zerstörte, noch länger auszusetzen hat.
In diversen Schultypen, von der Sonderschule bis zum Gymnasium, häuft sich die Anzahl Derer, die es nicht mehr alleine schaffen zurechtzukommen.Therapeuten müssen oftmals das was die Eltern oder Lehrer versäumten, nachholen und das Zerstörte wieder aufbauen.
Der enorme Leistungsdruck speziell auf den Gymnasien beispielsweise, mit der in Niedersachen neuen Regelung des Abiturs, welches man nach schon 12 Jahren erlangt, resultiert sich darin, dass Schulstunden oft geschwänzt, Hausaufgaben kaum oder gar nicht mehr gemacht werden oder dass man sich einfach resigniert dem Schuljahr hingibt und darauf hofft versetzt zu werden. Viele Klausuren fallen in den neuen Oberstufen extrem schlecht aus, sodass diese nicht gewertet werden können.
Es wird eine überhöhte Anforderung von allen Seiten gestellt: Die Eltern erwaten gute Noten, und man selber ist letzt endlich dann auch nicht zufrieden mit sich selber. Immer öfter werden gute Abschlüsse gefordert. Man schaffe es ja sonst niemals einen guten Beruf zu erlernen und „viel Geld zu verdienen“.
Aber nicht nur Gymnasien sind von diesem Phänomen betroffen, dass erstaunlich viele Jugendliche Hilfe bei Therapeuten suchen. Auch in Berufs-, Real-, und Hauptschulen ist der Druck auf den Schülern groß. Möglichst gute Abschlusszeugnisse werden erwartet um überhaupt noch eine Ausbildungsstelle finden zu können.
Kann man diesen Anforderungen nicht gerecht werden, fühlt man sich minder bewertet und schlecht. Und jeden Sommer hat man seine „Minderwertigkeit“ auch noch schwarz auf weiß vor sich liegen: Zeugnisse. Wer durchgehend 5en schreibt, hat auch kaum oder gar keine Erfolgserlebnisse. Das Ergebnis sind Selbstzweifel.
Kombiniert mit einer schlechten Erziehung oder einem Elternhaus, welches gar keins ist, kann dies im wahrsten Sinne des Wortes tödlich enden. Suizid oder emotionale Ausraster, im Extremfall durch Amokläufe, werden immer häufiger.
Der „Freitod“ ist eine von zehn Haupttodesursachen, und wird dennoch in unserer Gesellschaft tabuisiert. Ungefähr 75% der Selbsttötungen werden vorher angekündigt, aber entweder nicht Ernst genommen oder die Eingeweihten wissen mit so etwas nicht umzugehen.
Es ist erschreckend wie viele Jugendliche sich versuchen durch Rausch von ihrem Stress zu befreien oder keinen einzigen Ausweg als den Tod sehen (können). Da sollte man sich weniger fragen OB die Gesellschaft etwas falsch macht, sondern wie diese Fehler praktiziert werden und in welchen Auswirkungen dies mündet.
Perspektivlosigkeit und Armut sind viele Ursachen von therapiebedürftigen Jugendlichen, sowie auch fehlender familiärer und sozialer Halt.Aber auch ständige Kritik, durch beispielsweise ungenügende Leistungen in der Schule, mangelnde Förderung und Betreuung.
Die heutige Gesellschaft macht Kinder und Heranwachsende kaputt! Das viel zu leistungsüberhöhte Schulsystem drückt massiv die Lust am Lernen und setzt Kinder und Jugendliche einem Druck aus, welchem sie kaum alleine standhalten können.Gelder werden lieber an Integrationsprojekte verschwendet, als die deutschen Schüler zu fördern.

