8. Dez. 2009

hermannloensHermann Löns war ein Deutscher Heimat- und Naturdichter, dessen Landschaftsideal die Heide war. Er wurde am 29. August 1866 in Kulm (Westpreußen) als ersten von insgesamt 14 Kindern geboren. Seine Eltern waren, der in Westfalen Geborene Gymnasiallehrer Friedrich Löns und Clara Löns geborene Cramer. Bereits 1896 zog die Familie mit Hermann Löns nach Deutsch-Krone (Pommern)da sein Vater dorthin versetzt wurde.

Dieser Ort liegt am südlichen Ausläufer des riesigen Wald- und Heidegebietes „Tucheler Heide“, dort wird Hermann Löns auch 1873 eingeschult und besuchte seit dem Jahre 1877 das dortige Gymnasium. 1884 allerdings wird der Vater ein weiteres Mal versetzt, dies Mal nach Münster (Westfalen), Löns besuchte dort ebenfalls das Gymnasium Paulinum an dem er 1887 auch seine schulische Laufbahn mit dem Abitur abschließt.

Anschließend beginnt er auf den Wunsch seines Vaters hin, an der Universität in Münster ein Studium der Philogie, noch im selben Jahr allerdings wechselt er, wieder auf Wunsch seines Vaters, auf die Universität nach Greifswald und schreibt sich dort in das Fach der Medizin ein. Dort tritt auch der schlagenden Verbindung und Turnerschaft Cimbria bei.1888 jedoch wird er aus der Verbindung ausgeschlossen da er seine dortigen Schulden nicht begleichen konnte, noch im selben Jahr verließ Hermann Löns auch die Universität Greifswald da er auch die Studiengebühren nicht bezahlen konnte. Er wechselt nach Göttingen an die Universität und immatrikuliert sich dort im Fach der Medizin. Zur gleichen Zeit tritt er der Landesmeisterschaft Verdensia bei, die jedoch am 24.12. des gleichen Jahres von der Universität aufgelöst wurde.

1889 wechselt er wieder nach Münster und beginnt dort auf Wunsch seinen Vaters ein Studium der Mathematik und Naturwissenschaft. Dort wird er auch dem „Landsturm“ zugewiesen. 1890 verlobt er sich mit der geschiedenen Elisabeth Erbeck, einer Kellnerin aus Münster. Im gleichen Jahr noch bricht er sein Studium ohne Abschluss ab und es kommt zu Bruch mit seiner Familie.1891 bekam er eine Anstellung bei der „Pfälzischen Presse“ in Kaiserslautern. Dort verliert er allerdings seine Anstellung im Jahre 1892 und wechselte des Öfteren seinen Wohnsitz und Arbeitsplatz zwischen zeitlich Lebte er auch in Gera, bevor er nach Hamburg zog und dort als selbständiger Berichterstatter zur Zeit der Cholera-Epidemie arbeitete. Schon zu der Zeit unternahm der mittlerweile 26 Jahre alte Hermann Löns immer wieder Reisen in die Lüneburger Heide, die ja sein Landschaftsideal war.

1993 wechselte er nach Hannover wo er am 21.01. seinen Verlobte Elisabeth heiratete, dort wird er auch freier Mitarbeiter der „Hannoverschen Anzeiger“ und veröffentlicht erste Gedichte sowie Glossen, außerdem wird er Mitglied der „Naturhistorischen Gesellschaft zu Hannover“ und besucht erstmals Walsrode, seine spätere Grabstätte. 1895 wird er erst Redakteur und dann Chefredakteur der „Hannoverschen Anzeiger“. Bis in das Jahr 1914 hinein unternimmt Hermann Löns immer wieder Ausflüge in die wunderschöner Natur der Umgebung, besonders in die Lüneburger Heide und geht dort seiner Jagdleidenschaft nach. In der Zeit bis 1914 war er in verschiedenen Zeitungen als Redakteur oder Chefredakteur tätig und ließ sich von seine Frau 1902 scheiden und heiratet noch im gleichen Jahr seine neue Lebensgefährtin Lisa Hausmann die am 15.06. 1906 den gemeinsamen Sohn Dettmer gebar, er war geistig und körperlich behindert, im gleiche Jahr zieht er noch mit Frau und Kind nach Bückeburg.

Als 43-Jähriger verliebt er sich 1909 in die 20 Jahre jüngere Hanna Fueß, die er unter anderem in seinem Roman „Das zweite Gesicht“ und in dem Lied „Rose Marie, Rose Marie, sieben Jahre mein Herz nach Dir schrie” verewigte. 1910 zieht er mit seiner Familie wieder nach Hannover und seine Frau lässt sich 1911 von ihm scheiden und zieht mit dem gemeinsamen Sohn nach Münster (Westfalen). Nach dem seine Frau ihn verlassen hatte gab er seine Stellung als Redakteur auf und zog durch die Welt einige seiner Stationen waren: Berlin, Wien, Innsbruck, Zürich, Davos, Wiesbaden und Münster. Auch wenn sein privat Leben nicht immer o gut lief macht er sich doch in den Jahren bis 1914 als erfolgreicher Journalist, Schriftsteller, Buchautor, Naturliebhaber und Heidedichter einen guten Ruf, genießt Anerkennung und verkehrt in angesehenen gesellschaftlichen Kreisen.

Nach Ausbruch des ersten Weltkrieges 1914 meldet sich Löns als Kriegsfreiwilliger, unter anderem auch deshalb weil er ein Buch über den Krieg schreiben wollte. Er wird in das Füsilier-Regiment des Generalfeldmarschalls Prinz Albrecht von Preußen Nr. 73, 4./3. Kompanie, nach Frankreich eingezogen. Bereits am 26.09. 1914 fällt er bei Loivre in der Nähe von Reims. Über die Umstände seines Todes gibt es mehrere Versionen. Am 5.1. findet ein Bauer beim Pflügen seines Ackers bei Loivre die Gebeine von Hermann Löns. Er ruft den Friedhofswärter von Loivre. Beide finden ein Skelett und eine Erkennungsmarke. Der Friedhofswärter begräbt das Skelett in einem Einzelgrab auf dem deutschen Friedhof von Loivre. Fast 18 Monate vergehen, bis die Erkennungsmarke über die deutsche Botschaft nach Berlin gelangt.

Diese Erkennungsmarke ist während des 2. Weltkrieges bei einem Angriff auf Berlin verloren gegangen. Im Jahr 1934 wurden die sterblichen Überreste, auf Befehl Hitlers, in die Lüneburger Heide überführt. Nach einer langen und unrühmlichen Irrfahrt sind die Gebeine des ” Dichters der Lüneburger Heide” am 2. August 1935 in Tietlingen bei Walsrode unter einem Findling mit der Aufschrift “Hier ruht Hermann Löns” beigesetzt worden.

Hermann Löns war einer der bekanntesten und besten Heimat- und Naturdichter unseres Landes. Zu seinen damals populärsten Romanen gehörten „Der letzte Hansbur“ (1909), „Dahinten in der Heide“ (1910) und „Das zweite Gesicht“ (1912). Sein Erfolgsroman „Der Werwolf“ fand unter Hitlers Führung einen noch größeren Zuspruch da es in diesem Buch um den Kampf der Freiheit und Gerechtigkeit ging. Einige bekannte Lieder waren „Blut um Blut“, „Auf der Lüneburger Heide“ und „Der Rosengarten“.

Nach Löns’ Tod entstanden zu seiner Erinnerung zahlreiche Gedenkstätten. Die erste war ein Denkmal von 1921 bei Müden in der südlichen Lüneburger Heide. Nach seiner Bestattung bei Walsrode entstanden ab 1935 vermehrt Lönsdenkmäler überall in Deutschland − nicht nur in der Lüneburger Heide. In Deutschland, Österreich und weiteren Ländern sind es mittlerweile rund 140 Stätten.

Die Stadt Walsrode nennt sich seit 1935 Hermann-Löns-Stadt. In ihr und der näheren Umgebung gibt es mehrere Gedenkstätten, unter anderem das Löns-Denkmal von 1929 im Tietlinger Wacholderhain, einer parkähnlichen Heidelandschaft , die Löns-Jagdhütte nahe dem Walsroder Ortsteil Westenholz. In der Hütte hielt sich Hermann Löns zwischen 1898-1914 häufig und lange auf. Und ein Gedenkstein im heiligen Hain bei Wahrenholz, wo Löns 1912 kurze Zeit lebte. Aber auch in Oerlinghausen steht auf dem Tönsberg ein Denkmal das am 9. September 1928 eingeweiht wurde, da Hermann Löns im Jahre 1898 über den Tönsberg wanderte und seine Eindrücke in die Schilderung „Frau Einsamkeit“, erschienen 1911 in dem Band “Da draußen vor dem Tore. Heimatliche Naturbilder“, einflossen. Dort heißt es unter anderem: “[...]So stieg ich bergauf, an der Hünenkapelle auf dem Tönsberg vorüber, durch Buchenwald, in dessen Schatten die Bickbeersträucher strotzten [...]“.

Auf dem Löns-Denkmal im Tietlinger Wacholderhain steht sein bemerkenswerter Spruch:

„Lass Deine Augen offen sein,
geschlossen Deinen Mund
und wandle still,
so werden Dirgeheime Dinge kund.“

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