Herbert Norkus
Wenn die deutsche Jugend heute “Herbert Norkus” hört, dann wird sie wenig mit diesem Namen verbinden können. Manch einem mag es unwichtig erscheinen über diesen Jungen Kameraden etwas zu wissen oder zu schreiben, doch der Begriff “Norkus” umschließt sie alle, all die jungen Kämpfer in den unsterblichen Reihen der Bewegung.
Dieser kleine Kamerad wurde Mythos einer jungen Nation, sein Name ist Symbol von Opferbereitschaft für eine große Idee. Nichts bindet uns Kämpfer fester aneinander als das Bewusstsein der Kameradschaft zu diesem Toten, nichts ist lebendiger als dieser Gemordete, nichts unvergänglicher als dieser Vergangene.
Voller Idealismus verteilte der Norkus auch in den frühen Morgenstunden des 24. Januar 1932 mit seinen Kameraden Flugzettel in den Straßen von Berlin. Oft schon hatte die Rotfront versucht unseren jungen Kameraden zu fassen, da es ihnen ein Dorn im Auge war, dass man in ihren Vierteln Werbezettel für Versammlungen der nationalen Idee verteilte, doch immer gelang es dem kleinen Norkus zu entwischen. So schnell, wie er in die Häuser der roten Arbeiterviertel hinein war, so schnell war er wieder verschwunden.
Im Laufe einer Stunde wurden alle Häuser der Turmstraße mit den Propagandazetteln versehen. Nunmehr verteilten sie in der Berlichingen-Straße. Dort wurde der Führer auf einen Motorradfahrer aufmerksam, der bereits mehrmals in auffälliger Weise die Straße auf und ab gefahren war. Als er diese Jungen als Nationalsozialisten erkannt hatte, fuhr er in schnellem Tempo davon. Die Hitler-Jungen zogen sich darauf nach der Kaiserin-Augusta-Allee zurück. Erst nach einer halben Stunde begannen sie wieder in der Gotzkowski Straße zu verteilen.
Während vier Mann Zettel in den Häusern verteilten, standen zwei Mann auf der Straße Wache. Plötzlich erschien ein Trupp von 35 Kommunisten, die sich sofort auf die Wache stürzten, so dass diese kaum noch ihre Kameraden warnen konnten. Die Gruppe wurde vollkommen versprengt. Seit dieser Zeit wurde der Hitlerjunge Norkus vermisst. Er wurde später in dem Hause Zwinglistraße 4 verblutend aufgefunden. Die Polizei brachte ihn in das Moabiter Krankenhaus, wo der Arzt nur den inzwischen eingetretenen Tod feststellen konnte.
Sowohl die Polizei als auch die Nationalsozialisten konnten nur annehmen, dass Norkus durch die Turmstraße oder Alt-Moabit in die Ottostraße gelaufen ist und von dort in die Zwinglistraße eingebogen ist. Dort musste ihm ein anderer Trupp Kommunisten entgegengekommen sein, so dass er zu einer scharfen Wendung gezwungen wurde. Dieses erkannte man an einer 30 Zentimeter breiten, 20 Meter langen Blutspur, die in das Haus Zwinglistraße 4 hineinführte. Dort rief er laut um Hilfe. Kurze Zeit darauf muss er gestorben sein.
Er wurde im Krankenhause von dem Bezirksführer Steinacker und von einem Kameradschaftsführer identifiziert, nach Benachrichtigung seines Vaters auch von diesem. Er hat fünf Dolchstiche in den Rücken und zwei in die Brust erlitten. Fast alle gingen in die Lunge. Jeder einzelne war tödlich. Außerdem war sein Gesicht bis zur Unkenntlichkeit zerschlagen und zertreten worden. Die Oberlippe fehlte. Nach Aussagen von Augenzeugen soll sich ein Polizeibeamter in der Gotzkowskystraße nicht um den Fall gekümmert, sondern sich entfernt haben. Herbert Norkus stirbt im Alter von fünfzehn Jahren. Drei Kommunisten wurden festgenommen.
Auch Herbert Norkus zählt zu jenen Kameraden, die man mit feiger Mörderhand aus unseren Reihen gerissen. Er wurden mit seinen jungen Jahren zum Blutzeugen der Bewegung. Seine Hingabe und Opferbereitschaft sei auch heute noch Vorbild und Auftrag für eine kämpfende, zielstrebige, deutsche Jugend.



