Nur wenige Tage sind es noch, dann findet in Bad Nenndorf der 5. Trauermarsch zum alliierten Folterlager Wincklerbad statt. Gerade weil der Trauermarsch in den vergangenen Jahren äußerst diszipliniert und ordentlich durchgeführt wurde, fand er bei der Nenndorfer Bevölkerung großen Zuspruch. Während der Kundgebungen gab es befürwortende Zurufe aus der Bevölkerung. Besonders die Zeitzeugengereration zeigte sich erfreut, dass junge Menschen Jahr für Jahr in die Stadt kommen und endlich auch an das Leid der Nachkriegszeit erinnert und hingewiesen wird. Doch wo der sichtbare Erfolg wächst, dort sind die Neider nicht fern!
Aus diesem Grund versuchen es die Versager der Gegenseite daher auch mit den ganz üblen Tricks. In diesem Jahr sollen die Anwohner der Bahnhofstraße sich dem Willen der Schildbürger bedingungslos unterordnen. Abgesehen von der Tatsache, dass die Bürger scheinbar durch eine amtliche Anordnung zu einer Mitarbeit genötigt werden sollen, sind die Vorgehensweisen der Gegenseite ein altes Spiel: Wer nicht mitmacht, wird ausgeschlossen. So heißt es in diesem Zusammenhang in einem Bericht der Schaumburger Nachrichten:
“Stadt und Bündnis laden schon im Vorfeld die Anlieger der Bahnhofstraße ein, Transparente und Plakate vor die Häuser zu hängen und die Vorgärten damit zu schmücken. Ein Schreiben mit einem Appell dazu soll noch aus dem Rathaus folgen. Je mehr mitmachen, desto sicherer werde es für den Einzelnen, erklärte Jürgen Uebel. Von einer Gefahr mochte er nicht reden.”(Quelle: Schaumburger Nachrichten, 08.08.2010)
So also formuliert die Gegenseite ihre Drohungen gegenüber dem Nenndorfer Bürger. Durch eine Beteiligung an den Aktionen der Schildbürger werde es für den Einzelnen also sicherer? Von einer Gefahr möchte der Urheber dieser Zwangsmaßnahme jedoch nicht sprechen. Es müsse doch möglich sein, seine Meinung angstfrei zu äußern höhnt Uebel weiter, während er schon glaubt – im Falle eventueller Sachbeschädigungen – endlich einen Verbotsgrund für den friedlichen Trauermarsch gefunden zu haben. Handeln Sie nicht unüberlegt, Herr Uebel!
Auch wenn es sicherlich den Ansichten vieler Nenndorfer widersprechen mag, so bitten wir vor allem ältere Menschen darum, sich wenigstens ein Plakat in den Vorgarten zu stellen. Bieten Sie der Gegenseite keine Angriffsfläche, verhalten Sie sich unauffällig! Besser wäre natürlich, wenn sich der Nenndorfer Bürger zum Aufstellen weiterer Plakate bereit erklären könnte. So kann wirklich sichergestellt werden, dass bei der Gegenseite kein Verdacht der Sympathie geweckt wird. Handeln Sie hier nach dem Motto: Je mehr, desto besser!
Für unseren interessierten Leser hier wie immer der Text in voller Länge:
Friedlicher Protest mit Plakaten, Malkreide und Musik
Auch wenn durch die Klage vor dem Verwaltungsgericht der Streckenverlauf für die Gegendemonstration am 14. August noch offen ist, hat der DGB Niedersachsen-Mitte als offizieller Anmelder gemeinsam mit dem Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt“ offiziell sein vorläufiges Programm gegen den Aufmarsch der Neonazis vorgestellt.
Bad Nenndorf (rwe). Stadt und Bündnis laden schon im Vorfeld die Anlieger der Bahnhofstraße ein, Transparente und Plakate vor die Häuser zu hängen und die Vorgärten damit zu schmücken. Ein Schreiben mit einem Appell dazu soll noch aus dem Rathaus folgen. Je mehr mitmachen, desto sicherer werde es für den Einzelnen, erklärte Jürgen Uebel. Von einer Gefahr mochte er nicht reden. „Wir können doch nicht kuschen und uns unter einer Bank verkriechen.“ Es müsse möglich sein, seine Meinung angstfrei zu äußern. Sollte es deshalb zu Beschädigungen kommen, wäre das in seinen Augen auch ein Anlass, den „Heuchlermarsch“ zu untersagen.
Beim Schmücken der Strecke, auf der sich die Neonazis am 14. August von 12 bis 18 Uhr bewegen, lässt das Bündnis die Bewohner aber nicht allein. Am Freitag davor um 14 Uhr treffen sich alle freiwilligen Helfer vor dem Schlammbadehaus. Bunte Hemden, Krawatten, Stoffbahnen und Luftballons sind gewünscht, um die Strecke vom Bahnhof zum Wincklerbad fröhlich zu dekorieren. „Wir nehmen den Neonazis ihre Trauer nicht ab“, so Uebel. Um 18 Uhr beginnt eine Kundgebung vor dem Wincklerbad.
Weiter geht es am nächsten Tag um 10.30 Uhr hinter dem Bahnhof in der Bornstraße. Der Verkehr von außerhalb soll mittels Hinweistafeln an den Bundesstraßen auf die Parkplätze im Gewerbegebiet Gehrenbreite geleitet werden. Von 2000 Teilnehmern geht Holz bisher aus, der dafür 40 Ordner stellen muss. Die vom DGB kürzlich öffentlich prognostizierten 5000 Gegendemonstranten nennt er eine „Zielzahl“. Holz: „Ob wir diese schon dieses Jahr erreichen können, kann jetzt keiner sagen.“
Nach dem Verlesen der Auflagen und einer Auftaktkundgebung setzt sich die Menge nach etwa einer halben Stunde in Bewegung zum Thermalbad, wo von 12 bis 16 Uhr ein Programm geplant ist aus kurzen Reden und viel Musik. „Wir wollen seh- und hörbar sein für die Neonazis und sie mit einem Klangteppich beschallen.“
Sollte das Gericht es doch möglich machen, dass die Gegendemonstration wie beantragt über die Bahnhofstraße oder durch den Kurpark zum VfL-Fest auf den Sportplatz führen darf, werden die Teilnehmer dort den Nachmittag über feiern. Jeden auch unterschwelligen Vorwurf, DGB und Bündnis würden es beim Protest auch auf Blockaden und Krawall ankommen lassen, weist Uebel im Namen aller zurück. „Keine Konflikte und keine Eskalation“ seien die klare Botschaft. „Aber wir lassen uns unsere Stadt auch nicht einfach wegnehmen.“ Zum abschließenden Vorbereitungstreffen lädt das Bündnis für heute, Montag, um 19 Uhr ins Vereinsheim ein. (Quelle: Schaumburger Zeitung, 08.08.2010)
Quelle : ( Gedenkbündnis Bad Nenndorf )



