10. Mrz. 2010

Es ist ruhig geworden um den Bundespräsidenten Horst Köhler.

So berichtete schon vor zwei Wochen der „Spiegel“ über den „Präsidenten ohne Worte“. Berechtigt! Denn es gab im diesem Jahr noch kein einziges Interview mit Köhler. Seine Weihnachtsansprache 2009 war das letzte, was man von ihm hörte.

Kein einziges Wort zur Hartz-IV-Debatte, Griechenland-Krise und zu den immer neuen Fällen von Kindesmissbrauch.

Doch was macht Köhler den ganzen Tag lang? Denn über dem Berliner Schloss Bellevue weht an den meisten Tagen seine Dienstfahne, was bedeutet, dass er anwesend ist.

Auf der Weltnetzseite des Bundespräsidenten kann man dies nachverfolgen. So hat er bspw. am 03. März dem scheidenden Chef der internationalen Atomenergie-Behörde, Mohammed El-Baradei, ein Bundesverdienstkreuz verliehen und verbrachte die erste Februarhälfte ausgiebig in Asien… anscheinend wirklich „wichtige“ Aufgaben, die er zu verrichten hat! Sollte Köhler, als „Staatsoberhaupt“ nicht seinen Blick auf Deutschland richten?

Die Hartz-IV-Debatte ließ die Koalition und die Republik beben und immer wieder werden neue Fälle von Kindesmissbrauch in Kirchen und Vorzeige-Internaten aufgedeckt.

Da kommt der Verdacht auf, dass es den Schattenpräsidenten nicht zu interessieren scheint, was in deutschen Landen so vor sich geht.

Rainald Grebe & Die Kapelle der Versöhnung – Der Präsident


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