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	<title>www.westfalen-nord.net &#187; Familie und Brauchtum</title>
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	<description>Aus der Region - Für die Region!</description>
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		<title>Der Schwarzwald</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Aug 2010 21:32:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Westfalen-Nord</dc:creator>
				<category><![CDATA[Familie und Brauchtum]]></category>

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		<description><![CDATA[Der größtenteils sehr ländlich geprägte Schwarzwald besteht aus vielen verstreuten Gemeinden und wenig großen Städten. Tradition und Brauchtum werden vielerorts gepflegt. Zum Teil werden heute noch die traditionellen Trachten getragen. Das Aussehen der Trachten variiert von Region zu Region zum Teil sehr stark. Eine der bekanntesten Schwarzwälder Trachten ist diejenige der Gemeinden Kirnbach, Reichenbach und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://westfalen-nord.net/wp-content/uploads/Tra.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-4019" title="Tra" src="http://westfalen-nord.net/wp-content/uploads/Tra.jpg" alt="" width="215" height="327" /></a>Der größtenteils sehr ländlich geprägte Schwarzwald besteht aus vielen verstreuten Gemeinden und wenig großen Städten. Tradition und Brauchtum werden vielerorts gepflegt.</p>
<p>Zum Teil werden heute noch die traditionellen Trachten getragen. Das Aussehen der Trachten variiert von Region zu Region zum Teil sehr stark. Eine der bekanntesten Schwarzwälder Trachten ist diejenige der Gemeinden Kirnbach, Reichenbach und Gutach im<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gutach_%28Schwarzwaldbahn%29"> </a> Kinzigtal mit dem charakteristischen Bollenhut.  Unverheiratete Frauen tragen ihn mit roten „Bollen“, verheiratete mit schwarzen. Heiratsfähige Frauen tragen bisweilen vor und am Hochzeitstag eine Brautkrone, den so genannten Schäppel, dessen größte Exemplare aus der Stadt St. Georgen bis zu fünf Kilogramm schwer sind.</p>
<p>Bekannt ist der Schwarzwald ferner für die typischen Bauernhäuser mit ausladenden Krüppelwalmdächern, die Schwarzwälder Kirschtorte, den Schwarzwälder Schinken, den Schwarzwaldwichtel, Kirschwasser und die Kuckucksuhr.</p>
<p>Wissenswert sind auch der Ursprung und das Wesen der schwäbisch-alemannischen <a href="http://www.narren-spiegel.de/Texte/ursprung.htm">Fasnacht</a> im Schwarzwald.</p>
<p><object width="500" height="400"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/YjUqs7pz8p8&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed  src="http://www.youtube.com/v/YjUqs7pz8p8&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" width="500" height="400" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><span id="more-4018"></span></p>
<p><strong>Aus dem Schwarzwald </strong></p>
<p><em>von Franz Alfred Muth</em><strong><br />
<cite></cite></strong></p>
<p>Wie wohl tut mir des Waldes Pracht<br />
Nach all`dem Staubgewühle,<br />
Der grüne Glaft, die Bächlein sacht,<br />
Die wunderbare Kühle!</p>
<p>O Menschentum, mich fröstelt fast<br />
Vor deiner Selbstsucht Ringen,<br />
Vor deinen Mühen, deiner Hast<br />
Nach flüchtig eitlen Dingen.</p>
<p>Natur, nur spendend liegst du da<br />
Mit Glanz und Blumendüften,<br />
Umhaucht von Frieden fern und nah`<br />
Und reinen Himmelslüften!</p>
<table style="height: 14px;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0" width="175">
<tbody>
<tr>
<td width="175"><strong>Der nackte 			Mann</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Im Jahre 1688 war&#8217;s, als zwei Pforzheimer, Lupold Aichele und Jörg Siegwart, nächtens auf der Stadtmauer Wache standen. Dabei war ihnen heute nicht wohl zumute, munkelte man doch in der Stadt von dem bevorstehenden Einmarsch der Franzosen in die Pfalz, auf die König Ludwig XIV. Anspruch erhob. Unruhe hatte sich der Bürger bemächtigt. Einer hatte gestern abend eine Katze mit feurigen Augen auf dem Marktbrunnen sitzen sehen. Ein Komet mit schimmerndem Schweif war über die Stadt gezogen, und sogar der »nackte Mann«, der Vorbote für Krieg, Pest und Hungersnot, hatte sich in den Wassern der Enz sehen lassen. Das alles war für die beiden auf Wache stehenden Stadtknechte Grund genug, sich zu gruseln. Tagsüber war das Herbstwetter noch freundlich gewesen. Jetzt aber jagten düstere Wolkenschatten über den Mond. Unheimlich rauschte die Enz und der Sturm orgelte in den alten Linden auf dem Schießhausplatz. Kaum wußten die verängstigten Wächter sich auf der Mauer vor den wuchtigen Stößen des Windes zu schützen. Am unheimlichsten schien es den beiden am Steinbrückentor bei der Au-erbrücke, wo die »Galgenvögel« in den »Kaffitten« schmachteten. Da war es noch besser bei der Nonnemühle am weißen Turm, der manchmal gespenstisch im flutenden Mondlicht aufleuchtete.»Eine böse Nacht heute«, flüsterte einer der Wächter, »wäre mir lieber, unsere Wache hätt&#8217; ein Ende. Dort hinten muß ein furchtbares Unwetter niedergehen.«<br />
Dabei zeigte er auf eine schwarze Wolkenwand, aus der unaufhörlich bläuliche Blitze zuckten und die Nacht zerrissen. »Morgen wird das Hochwasser hier sein, vielleicht noch früher als der Feind. Dann Gnad&#8217; Gott &#8211; Pforzheim!«<br />
Während er noch sprach, trat plötzlich die silberne Scheibe des Mondes voll und klar aus den tagenden Wolken und warf ihr Licht über das dunkle, unheimlich gurgelnde Wasser der Enz. Da &#8211; was war das? &#8211; Deutlich sahen die Wächter, wie sich aus den Wellen die Gestalt eines nackten Mannes hob, unheimlich vom fahlen Licht überglänzt, die langen Locken triefend vor Nässe, der Bart hochgereckt. In der Rechten schwang die Gestalt einen blinkenden Dreizack, während die Linke mit einem schnalzenden Fisch zur Mauer herüberwinkte.<br />
»Der nackte Mann«, stammelte Jörg und zeigte mit dem Spieß auf den hellen Fleck im Wasser. Dann sank er ohnmächtig zusammen. Lupold sprang die Wehrtreppe hinab, überquerte den Spitalplatz und rannte in langen Sätzen die Tränkgasse hinauf. Auf dem Marktplatz angekommen, sah er drüben am Fischbrunnen wieder den nackten Mann stehen und lachend Fisch um Fisch aus dem umgitterten Brunnenbecken ziehen. Atemlos meldete Lupold auf der Rathauswache das Geschaute.<br />
Der nackte Mann hat sich sehen lassen! Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Schreckensnachricht am frühen Morgen in der Stadt. Nicht lange, da ertönte die Sturmglocke. Das Hochwasser hatte Pforzheim erreicht. Was nützten da die vielen helfenden Hände, die zu bergen und zu retten suchten: Das Wasser stieg und stieg. Schon kroch es lehmig und trüb die Tränkgasse herauf, und drüben in der Flösserau standen die Häuser bereits bis zum ersten Stock in den Fluten. Da die Auerbrücke unpassierbar geworden war, mußte man in Kähnen die vom Wasser eingeschlossenen Menschen bergen. Als am anderen Morgen das Wasser zurückging, bot sich ein trauriges Bild.<br />
Die Gefahr war zwar beseitigt, aber das Grauen wich nicht von der Stadt. Bald sollte sich eine andere Flut über sie ergießen, vor der es keine Rettung gab: Das französische Heer, das dreimal Pforzheim einnahm und durch Feuer zerstörte. Der nackte Mann war zu Recht erschienen.</p>
<p><strong>Rezept für beschwipste Forelle</strong></p>
<p><a href="http://westfalen-nord.net/wp-content/uploads/260516-high.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-4020" title="260516-high" src="http://westfalen-nord.net/wp-content/uploads/260516-high.jpg" alt="" width="180" height="135" /></a>Forellen leben in vielen Schwarzwälder Bächen. Natürlich gehören sie zu jenen Speisen, die man am liebsten nur in ihrem reinen Eigengeschmack genießt. Wenn man sie unbedingt verfeinern will, dann darf das nur mit Zutaten geschehen, deren Geschmack ebenso fein und zurückhaltend ist wie das zarte Forellenfleisch: weißer Wein, Sahne, Schalotten, Champignons.</p>
<p><strong>Zutaten:</strong></p>
<p>4 Forellen zu je ca. 200 g<br />
Salz<br />
Saft von 1 Zitrone<br />
6 &#8211; 8 Schalotten<br />
200 g Champignons<br />
6 &#8211; 8 schwarze Pfefferkörner<br />
etwa 3/4 Liter badischer Rieslingsekt<br />
20 g Butter<br />
1 TL Mehl<br />
1/4 Liter süße Sahne</p>
<p><strong>Zubereitung</strong>:</p>
<p>Die Fische unter fließendem Wasser ausnehmen, reinigen und trockentupfen. Innen und außen salzen, mit Zitronensaft beträufeln und 15 Minuten ziehen lassen. Forellen in eine Auflaufform legen. Die in Scheiben geschnittenen Schalotten, die blättrig geschnittenen Champignons und die Pfefferkörner dazugeben. Das Ganze mit so viel Sekt auffüllen, daß die Fische gerade bedeckt sind. Die Menge des Sektes richtet sich nach der Größe der Forellen und der Auflaufform. In den auf 200°C vorgeheizten Backofen stellen und je nach Größe der Forellen 10 &#8211; 20 Minuten garen. Die Fische sind fertig, wenn sich die Rückenflossen ohne Widerstand herausziehen lassen. Vorsichtig aus dem Sektsud herausnehmen und auf einer warmen Platte beiseite stellen. Pfefferkörner aus dem Sud nehmen. Butter und Mehl mit einer Gabel gut vermischen, in den Sud geben und binden. Mit der Sahne abschmecken</p>
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		<title>Heimatland, Märkerland&#8230;</title>
		<link>http://westfalen-nord.net/heimatland-markaland</link>
		<comments>http://westfalen-nord.net/heimatland-markaland#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 25 Jul 2010 21:50:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Westfalen-Nord</dc:creator>
				<category><![CDATA[Familie und Brauchtum]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Brandenburger Küche gilt als eher bodenständig, aber berühmt für Torten und Kuchen (beispielsweise Plinsen, Eierkuchen, Windbeutel und Klemmkuchen). Wir haben heute ein besonderes Rezept aus Brandenburg für Mohnkuchen ausgesucht, und hoffen, dass ihr Spaß am gemeinsamen Backen und schlemmen habt. Viel Freude beim Ausprobieren und Lesen. Mohnkuchen mit Mandeln und Rosinen Zutaten: 500 g [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://westfalen-nord.net/wp-content/uploads/Adler.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-3999" title="Adler" src="http://westfalen-nord.net/wp-content/uploads/Adler.jpg" alt="" width="222" height="265" /></a>Die Brandenburger Küche gilt als eher bodenständig, aber berühmt für Torten und Kuchen (beispielsweise Plinsen, Eierkuchen, Windbeutel und Klemmkuchen).</p>
<p>Wir haben heute ein besonderes Rezept aus Brandenburg für Mohnkuchen ausgesucht, und hoffen, dass ihr Spaß am gemeinsamen Backen und schlemmen habt. Viel Freude beim Ausprobieren und Lesen.</p>
<p><strong>Mohnkuchen mit Mandeln und Rosinen</strong></p>
<p>Zutaten:</p>
<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="2" width="213">
<col width="209"></col>
<tbody>
<tr>
<td width="209">
<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="2" width="204">
<col width="32"></col>
<col width="27"></col>
<col width="133"></col>
<tbody>
<tr>
<td width="32">500</td>
<td width="27">g</td>
<td width="133">Mehl</td>
</tr>
<tr>
<td width="32">1</td>
<td width="27">Pk</td>
<td width="133">Trockenhefe oder</td>
</tr>
<tr>
<td width="32">1</td>
<td width="27">Wf</td>
<td width="133">Frische Hefe</td>
</tr>
<tr>
<td width="32">125</td>
<td width="27">ml</td>
<td width="133">Milch</td>
</tr>
<tr>
<td width="32">100</td>
<td width="27">g</td>
<td width="133">Zucker</td>
</tr>
<tr>
<td width="32">1/2</td>
<td width="27">TL</td>
<td width="133">Salz</td>
</tr>
<tr>
<td width="32">1</td>
<td width="27">St</td>
<td width="133">Ei</td>
</tr>
<tr>
<td width="32">3</td>
<td width="27">Tr</td>
<td width="133">Zitronenöl</td>
</tr>
<tr>
<td width="32">500</td>
<td width="27">g</td>
<td width="133">Mohn</td>
</tr>
<tr>
<td width="32">150</td>
<td width="27">g</td>
<td width="133">Rosinen</td>
</tr>
<tr>
<td width="32">125</td>
<td width="27">g</td>
<td width="133">Gehackte Mandeln</td>
</tr>
<tr>
<td width="32">3</td>
<td width="27">St</td>
<td width="133">Eier</td>
</tr>
<tr>
<td width="32">200</td>
<td width="27">g</td>
<td width="133">Zucker</td>
</tr>
<tr>
<td width="32">125</td>
<td width="27">g</td>
<td width="133">Flüssige Margarine</td>
</tr>
<tr>
<td width="32">100</td>
<td width="27">g</td>
<td width="133">Zitronat</td>
</tr>
<tr>
<td width="32">250</td>
<td width="27">ml</td>
<td width="133">warme Milch</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><a href="../wp-content/uploads/Mohn.jpg"><span id="more-3998"></span><br />
</a></p>
<p><strong>Zubereitung:</strong></p>
<p>Für den Teig (alle Zutaten sollen Zimmertemperatur haben) das Mehl in eine Schüssel sieben und eine Mulde eindrücken. Die Hefe in die Mulde streuen oder bröckeln und mit der erwärmten Milch und einer Prise Zucker verrühren. Mit einem Tuch abdecken und 30 Minuten gehen lassen.</p>
<p>Den restlichen Zucker, Salz, Ei und Zitronenöl dazugeben und verrühren, mit einem Teigkneter oder den Händen zu einem glatten Teig verarbeiten und gründlich kneten und schlagen, bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist. Mit einem Tuch abdecken und an einem warmen Fleck wieder 30 Minuten gehen lassen.</p>
<p>Den Backofen auf 180°C vorheizen. Eine Kastenform von etwa 35-36 cm Länge mit Margarine ausstreichen. In der Zwischenzeit die Fülle vorbereiten: Alle Zutaten in eine Schüssel geben und vermischen, so dass eine geschmeidige Masse entsteht.</p>
<p>Ein großes Brett mit Mehl bestäuben. Den Teig in zwei Hälften teilen. Je eine Hälfte mit einem Nudelholz ganz dünn ausrollen. Die Hälfte der Mohnfülle gleichmäßig auf dem Teig verstreichen. Den Teig von hinten nach vorne einrollen und in die Kastenform fallen lassen. Im heißen Ofen 45-50 Minuten backen, bis die Oberfläche gut gebräunt ist.</p>
<p><a href="../wp-content/uploads/Mohn.jpg"><img title="Mohn" src="../wp-content/uploads/Mohn.jpg" alt="" width="248" height="192" /></a></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Abseits</span></p>
<p>Es ist so still; die Heide liegt<br />
Im warmen Mittagssonnenstrahle,<br />
Ein rosenroter Schimmer fliegt<br />
Um ihre alten Gräbermale;<br />
Die Kräuter blühn; der Heideduft<br />
Steigt in die blaue Sommerluft.</p>
<p>Laufkäfer hasten durchs Gesträuch<br />
In ihren goldnen Panzerröckchen,<br />
Die Bienen hängen Zweig um Zweig<br />
Sich an der Edelheide Glöckchen;<br />
Die Vögel schwirren aus dem Kraut -<br />
Die Luft ist voller Lerchenlaut.</p>
<p>Ein halbverfallen niedrig Haus<br />
Steht einsam hier und sonnbeschienen;<br />
Der Kätner lehnt zur Tür hinaus,<br />
Behaglich blinzelnd nach den Bienen;<br />
Sein Junge auf dem Stein davor<br />
Schnitzt Pfeifen sich aus Kälberrohr.</p>
<p>Kaum zittert durch die Mittagsruh<br />
Ein Schlag der Dorfuhr, der entfernten;<br />
Dem Alten fällt die Wimper zu,<br />
Er träumt von seinen Honigernten.<br />
- Kein Klang der aufgeregten Zeit<br />
Drang noch in diese Einsamkeit.</p>
<p>Theodor Storm</p>
<p><object width="500" height="400"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/e/_1ByLfV-uwo"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/e/_1ByLfV-uwo" type="application/x-shockwave-flash" width="500" height="400" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Der dumme Michel</p>
<p>Mündlich aus Brodewin i.d. U.M.</p>
<p>Da war einmal eine Bäuerin, die hatte einen Sohn Namens Michel, der war nie weiter als vom Tisch bis an den Kachelofen gekommen, und da dachte sie endlich, du musst ihn doch einmal in die Welt schicken, sprach daher zu ihm: »Geh Michel, hinaus an den Teich und hole Wasser.« – Ja wohl, sagt Michel, aber wo ist denn der Teich? – »Da musst du, wenn du aus der Haustür trittst, den Steig im Garten grade hinunter gehen, dann wirst du ihn zur Linken finden.« Michel machte sich gleich auf den Weg, fand auch wirklich Haustür, Garten und Steig und kam an den Teich; wie er da den Eimer herauszieht, springt ein großer Hecht heraus, der bittet ihn, er möge ihn doch wieder ins Wasser werfen, er wolle es ihm wohl vergelten. »Habe ich dich denn heißen herausspringen? sagt Michel. So springe du auch wieder hinein!« Aber der Hecht bat gar zu sehr, und versprach Micheln endlich, was er wünsche, solle geschehen, nur solle er ihn ins Wasser werfen. Da tat er es denn, nahm seinen Eimer und ging wieder nach Hause. Nun hatte er aber draußen am Teich drüben in der Ferne ein Haus gesehen, das glänzte prächtig wie lauter Silber und Gold, darum fragte er seine Mutter: »Mutter, was ist das da drüben für ein Haus, das man am Teich sieht?« – Sprach die Mutter »das ist des Königs Haus, da wohnt er mit der schönen Prinzessin drin.« Wie Michel hörte, dass da eine schöne Prinzessin wohne, denkt er, ich will doch einmal versuchen, ob der Hecht wahr gesprochen, ich möchte, dass die Prinzessin schwanger werde. Nicht lange danach ward die Prinzessin wirklich schwanger, und als das der König erfuhr, wurde er sehr zornig und überhäufte sie mit bittern Vorwürfen. Sie aber schwor ihm hoch und teuer, dass niemand bei ihr gewesen, es müsste denn im Schlafe gewesen sein, aber der König wollte es nicht glauben. Zuletzt kam sie nieder und gebar einen Jungen, und da man den Namen des Vaters nicht wusste, wurde er nach dem Großvater genannt. Wie nun der Junge aber größer wurde, merkte er bald, dass der Großvater nicht sein Vater sei, fragte ihn daher: »Sage mir doch, wer ist mein Vater?« – Du hast keinen Vater, antwortete ihm jener. »Wie sollte ich wohl keinen Vater haben, entgegnete der Knabe, da doch jeder Mensch einen Vater hat, du magst&#8217;s nur nicht wissen!« Da musste denn der alte König gestehen, dass er wohl einen Vater habe, dass ihn aber kein Mensch kenne, aber der Kleine sagte: »Lass nur ein großes Gastgebot ergehn, ich will ihn mir schon herausfinden.« Das tat denn der König, und nun kamen alle die Minister, Generale und solcher Leute mehr, die in den Staaten des Königs waren, zusammen, der Kleine ging zu allen umher, betrachtete jeden genau, aber kam bald zum König zurück und sagte: »Darunter ist mein Vater nicht, du musst ein größeres Gastgebot erlassen!« Darauf ließ der König alle seine Offiziere und Räte und auch einige der vornehmsten Bürger zusammenkommen, der Knabe ging wieder prüfend umher, aber auch hier fand er seinen Vater nicht, und sagte zum König: »Du musst ein allgemeines Gastgebot erlassen, dann will ich meinen Vater schon finden!« Da kamen nun die Bürger und Bauern aus dem ganzen Lande zusammen, und als das Michels Mutter hörte, sagte sie zu ihm: »Michel, du musst auch hin nach dem prächtigen Schlosse, der König hat ein allgemeines Aufgebot erlassen.« Nun hatte Michel zwar nur einen einzigen schmutzigen Teerrock und einen alten dreitütigen Hut, aber die Mutter stutzte ihn so gut wie möglich zu und da ging er denn nach Hofe. Wie nun alles in großen Haufen versammelt war, lief der Kleine ämsig umher und nicht lange währte es, da blieb er bei Michel im Teerrock mit dem dreitütigen Hut stehn, zog ihn an der Hand heraus vor den König, und sagte: »Das ist mein Vater!« Da wollte es der König erst nicht glauben und sagte dem Kleinen, er müsse sich irren, aber der blieb steif und fest dabei, Michel sei sein Vater, so daß der König endlich ganz außer sich vor Zorn geriet und sagte, dass er nun weder Vater noch Mutter noch Kind bei sich behalten wolle. Er ließ sogleich eine große gläserne Kugel mit einer Schraube gießen, dass man sie öffnen und schließen konnte, ließ den Michel, seine Tochter und den Kleinen hineinbringen, alle auf das Wasser setzen und nun schwamm die Kugel auf der weiten See dahin. Wie sie nun so ein ganzes Stück dahin geschwommen waren, und die Königstochter taurig da saß, dass sie einen solchen Vater zu ihrem Kinde gefunden habe und nun hier elend würde umkommen müssen, da wünschte sich Michel, dass sie doch an eine Insel kommen möchten, und augenblicklich saß auch die Kugel auf einer solchen fest, sprang aus einander und alle drei traten wohlbehalten heraus. Darauf wünschte sich Michel ein prächtiges Schloss mit der reichsten Bedienung und allen dazu gehörigen Häusern, und gleich war alles da. Nun wurde die Prinzessin auch zufriedener, Michel wünschte sich prächtige Kleider und so lebte er denn hier lange Zeit glücklich mit seiner Frau und seinem Kinde; aber endlich wuchs doch die Sehnsucht der Königstochter nach ihrem Vater und der Heimat immer mehr, und sie sagte das einst ihrem Manne, da wünschte er sich eine Brücke nach ihres Vaters Reich, sogleich stand eine da, und zwar war immer ein Balken von Gold, der andre von Silber; nun stiegen sie in eine prächtige goldene Kutsche, fuhren übers Wasser zum Schloss des alten Königs, dessen Zorn legte sich sogleich, als er erfuhr, wie gut seine Tochter noch angekommen sei, und nun lebten sie glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Unvergessenes Schlesien</title>
		<link>http://westfalen-nord.net/unvergessenes-schlesie</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 00:34:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Westfalen-Nord</dc:creator>
				<category><![CDATA[Familie und Brauchtum]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein traditionelles schlesisches Gericht &#8220;Wer das Himmelreich nicht kennt, der hat umsonst gelebt&#8221; sagen die Schlesier. So ist das Himmelreich ein altes traditionelles schlesisches Gericht. Welche Beilage zum Himmelreich gereicht wird ist Geschmackssache. Aus diesem Grund präsentieren wir hier nur das Rezept für die Hauptspeise ohne Beilage. Wir empfehlen jedoch zu diesem traditionellen Gericht als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://westfalen-nord.net/wp-content/uploads/as.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-3944" title="as" src="http://westfalen-nord.net/wp-content/uploads/as-300x212.jpg" alt="" width="300" height="212" /></a>Ein traditionelles schlesisches Gericht</p>
<p>&#8220;Wer das Himmelreich nicht kennt, der hat umsonst gelebt&#8221; sagen die Schlesier. So ist das Himmelreich ein altes traditionelles schlesisches Gericht. Welche Beilage zum Himmelreich gereicht wird  ist Geschmackssache. Aus diesem Grund präsentieren wir hier nur das Rezept für die Hauptspeise ohne Beilage. Wir empfehlen jedoch zu diesem traditionellen Gericht als Beilage Kartoffelklöße.<span id="more-3942"></span></p>
<p>Zutaten:</p>
<p>500g gemischtes Backobst</p>
<p>1kg geräucherter Schweinebauch</p>
<p>1Prise Salz</p>
<p>3Stück Pimentkörner</p>
<p>6Stück Gewürznelken</p>
<p>1 Zitrone</p>
<p>30g Butter</p>
<p>30g Mehl</p>
<p>2EL Zucker</p>
<p>2l Wasser</p>
<p>Anleitung:</p>
<p><a href="http://westfalen-nord.net/wp-content/uploads/vv.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-3945" title="vv" src="http://westfalen-nord.net/wp-content/uploads/vv-300x234.jpg" alt="" width="300" height="234" /></a>Die eine Hälfte des Wassers nehmen wir zum Einweichen des Backobsts. Das Backobst waschen und über Nacht in einer Schüssel einweichen. Bitte darauf achten dass alle Früchte mit Wasser bedeckt sind und gegebenenfalls mit einem Teller abdecken. Die Zitrone gut waschen, entsaften, dünn schälen und die Schale aufbewahren. Den geräucherten Schweinebauch im restlichen Wasser etwa eine Stunde garen. Er sollte dann halb gar sein. Das eingeweichte Backobst, Gewürznelken und Zitronenschale hinzufügen und zusammen ca. 30 weitere Minuten weich kochen. Alles auf einem Sieb abtropfen lassen und dabei die Brühe auffangen. Den Schweinebauch in Scheiben schneiden. Die Butter in eine Pfanne geben und erhitzen. Anschließend das Mehl hinzugeben und unter Rühren weiter braten bis die Mehlschwitze eine goldbraune Farbe bekommt. Dann mit ein wenig von der aufgefangenen Brühe ablöschen, mit Salz, Zucker und dem ausgepressten Zitronensaft abschmecken. Die Mehlschwitze nun mit dem in Scheiben geschnittenen Fleisch und Backobst vermengen. Fertig.</p>
<p>VOM RÜBEZAHL</p>
<p><a href="http://westfalen-nord.net/wp-content/uploads/asdv.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-3946" title="asdv" src="http://westfalen-nord.net/wp-content/uploads/asdv-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a>Rübezahl, der Geist des Riesengebirges, hatte oft seine Freude daran, den Menschen allerlei Streiche zu spielen; dabei erwies er den Armen aber mancherlei Wohltaten und strafte die Hartherzigen und Geizigen.</p>
<p>Einmal wanderte ein armer Glashändler mit einer schweren Kiepe voll Glaswaren auf dem Rücken über das Gebirge. Da er recht müde geworden war, hätte er sich gerne etwas ausgeruht, aber nirgends war ein Felsvorsprung oder dergleichen zu sehen, worauf er seine Last hätte absetzen können. Rübezahl, der ihn eine Weile beobachtet und bald seine Gedanken erraten hatte, verwandelte sich schnell in einen Baumstamm, der nun am Wege lag. Erfreut ging der müde Wanderer darauf zu, setzte seine Last ab und sich auf den Stamm, um sich zu erholen. Kaum aber saß er da, so rollte der Stamm unter ihm weg, den Berg hinunter, und der Händler und die Scherben des Glases lagen am Boden. Traurig erhob sich der arme Mann, und als er seine zerbrochenen Schätze betrachtete, fing er bitterlich an zu weinen. Da kam Rübezahl, der wieder menschliche Gestalt angenommen hatte, auf ihn zu und fragte nach der Ursache seines Kummers. Treuherzig erzählte der Händler sein Unglück, und daß er bei seiner Armut nicht die Mittel zum Ankauf neuer Vorräte besitze. Rübezahl teilte dem Traurigen nun mit, wer er sei, und daß er ihm helfen wolle, wieder neue Glaswaren kaufen zu können.</p>
<p>Nun verwandelte sich Rübezahl vor den Augen des erstaunten Mannes in einen Esel und gebot ihm, ihn zur nächsten Mühle zu führen. Der Müller brauche gerade einen Esel und würde ihm gerne ein so schönes Tier, wie er sei, abkaufen. Dann solle er sich aber um nichts Weiteres kümmern, sondern sich mit dem Gelde schnell fortmachen. Der Mann führte nun den Esel zur nächsten Mühle, und nachdem der knauserige Müller noch einen Taler vom geforderten Kaufpreis abgehandelt hatte, wurde das Grautier sein Eigentum. Der Händler nahm das Geld — er hatte noch zwei Taler mehr bekommen, als seine Glaswaren gekostet hatten — und machte sich damit schnell aus dem Staube. Der Müller freute sich recht über den guten, billigen Kauf, führte das muntere Eselein in den Stall und gab dem Knechte den Auftrag, demselben Futter zu geben. Darauf ging er in seine Stube. Sogleich aber kam der Knecht, vor Furcht und Entsetzen zitternd, ihm schon nachgelaufen und sagte: »Herr, der neue Esel ist behext! Ich habe ihm Heu gegeben, aber da rief er: Ich fresse kein Heu! Ich will Braten und Kuchen haben!« Der Müller wollte die Geschichte nicht glauben und ging mit in den Stall. Dort stand das Eselein ganz ruhig und still. Der Müller nahm nun eine Hand voll Heu, hielt es dem Tier hin und streichelte dasselbe. Der Graue aber nahm das übel, schlug mit dem Vorderfuß nach dem Müller und rief wieder: »Ich will Braten und Kuchen! Ich will Braten und Kuchen!« Entsetzt wich der Müller zurück. Der Esel aber drehte sich um, gab ihm noch einen Tritt mit den Hinterbeinen, so daß er ins Heu kugelte, und sprang dann durch die offene Tür hinaus ins Freie, wo er bald verschwunden war. Nachdem der Knecht seinem Herrn wieder auf die Beine geholfen hatte, rieb dieser sich die schmerzenden Glieder und jammerte: »Hätte ich doch meine zwölf Taler wieder! Mein schönes Geld!« Dem Müller aber war recht geschehen; denn er war geizig und hartherzig und hatte noch am Tage vorher einen armen Bauern um zwölf Taler betrogen, und Rübezahl hatte den Geizigen bestraft.</p>
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<p>Abend vor der Ernte</p>
<p>Lass dich an diesem späten Sommerabend</p>
<p>Den Hang hinauf und zu den reifen Feldern führen,</p>
<p>dass uns ihr altes Gold noch einmal leuchte,</p>
<p>der Erde Ruhm; Dank soll und Abschied ihm gebühren.</p>
<p>Lass uns den Duft des Kornes noch einmal spüren</p>
<p>und still die Ernte schwere Herrlichkeit besehn,</p>
<p>die vollen Ähren, die in keinem Hauch sich rühren -</p>
<p>denn morgen kann der Wind schon über die Stoppeln gehen.</p>
<p>Komm, tu mit mir noch einmal, eh&#8217;s in Nebel schwand,</p>
<p>den letzten Gang durch herbstberührtes Abendland.</p>
<p>von Josef Mühlberger</p>
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		<title>Die kleinste Zelle der Gemeinschaft</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Jul 2010 18:40:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Westfalen-Nord</dc:creator>
				<category><![CDATA[Familie und Brauchtum]]></category>

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		<description><![CDATA[Beziehungen und Ehen scheitern&#8230; die Geburtenrate sinkt stetig&#8230; geheiratet wird gleich gar nicht&#8230; der Mensch und somit auch die Basis Familie zerfällt&#8230; unsere Kultur und altes Wissen geht flöten&#8230; jeder macht sich verrückt und steht stets unter Strom, Geld verdienen, Überstunden im Überfluss&#8230;alles Dekadente macht sich breit.. frisst sich in die Köpfe&#8230; und keiner merkt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://westfalen-nord.net/wp-content/uploads/00.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-3916" title="00" src="http://westfalen-nord.net/wp-content/uploads/00-242x300.jpg" alt="" width="242" height="300" /></a>Beziehungen und Ehen scheitern&#8230; die Geburtenrate sinkt stetig&#8230; geheiratet wird gleich gar nicht&#8230; der Mensch und somit auch die Basis Familie zerfällt&#8230; unsere Kultur und altes Wissen geht flöten&#8230; jeder macht sich verrückt und steht stets unter Strom, Geld  verdienen, Überstunden im Überfluss&#8230;alles Dekadente macht sich breit.. frisst sich in die Köpfe&#8230; und keiner merkt es&#8230; es wird nur gemeckert und frustriert dahingesiecht&#8230;</p>
<p>Vor vielen Jahren war eine Familie noch die Basis, das Fundament einer geordneten Gesellschaft. Heute ist das leider nicht mehr so. Die allgemeinen Auflösungsstrukturen haben auch davor nicht halt gemacht. Kinder sind oft auf sich allein gestellt und erfahren nicht mehr, was es heißt Vater und Mutter zu ehren und Respekt vor ihnen zu haben. Die Eltern sind meist mit sich selbst beschäftigt, setzen ihre Sprösslinge den halben Tag vor den Fernseher oder Spielkonsole, womit diese dann vollkommen vom sozialen Leben abgeschirmt werden.</p>
<p>Eine Familie sollte für alle einen sicheren Hafen in dieser unsicheren Welt sein, worin jeder, Vater, Sohn, Mutter und Tochter wieder den Platz einnimmt, dem ihm die Natur zugewiesen hat.<span id="more-3915"></span></p>
<p>Um die kleinste Zelle der Nation wieder aufblühen zu sehen und ein wenig dazu beizutragen, dass Familie wieder Familie und eine harmonische, sichere Gesellschaft wird, möchten wir Euch ab sofort, jeden Sonntag die Rubrik Familie aufzeigen. Es erwarten euch längst vergessene Märchen für Jung und Alt, typisch deutsche Koch- und Backrezepte, sowie Sagen und Liedtexte zum gemeinschaftlichen Mitsingen, Vorlesen und Nachmachen.</p>
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		<title>Der Jude im Dorn</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Jul 2010 18:33:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Westfalen-Nord</dc:creator>
				<category><![CDATA[Familie und Brauchtum]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war einmal ein reicher Mann, der hatte einen Knecht, der diente ihm fleißig und redlich, war alle Morgen der erste aus dem Bett und abends der letzte hinein, und wenns eine saure Arbeit gab, wo keiner anpacken wollte, so stellte er sich immer zuerst daran. Dabei klagte er nicht, sondern war mit allem zufrieden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://westfalen-nord.net/wp-content/uploads/dasdas.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-3919" title="dasdas" src="http://westfalen-nord.net/wp-content/uploads/dasdas.jpg" alt="" width="148" height="204" /></a>Es war einmal ein reicher Mann, der hatte einen Knecht, der diente ihm fleißig und redlich, war alle Morgen der erste aus dem Bett und abends der letzte hinein, und wenns eine saure Arbeit gab, wo keiner anpacken wollte, so stellte er sich immer zuerst daran. Dabei klagte er nicht, sondern war mit allem zufrieden und war immer lustig. Als sein Jahr herum war, gab ihm der Herr keinen Lohn und dachte &#8216;das ist das Gescheitste, so spare ich etwas und er geht mir nicht weg, sondern bleibt hübsch im Dienst.&#8217; Der Knecht schwieg auch still, tat das zweite Jahr wie das erste seine Arbeit, und als er am Ende desselben abermals keinen Lohn bekam, ließ er sichs gefallen und blieb noch länger. Als auch das dritte Jahr herum war, bedachte sich der Herr, griff in die Tasche, holte aber nichts heraus. Da fing der Knecht endlich an und sprach &#8216;Herr, ich habe Euch drei Jahre redlich gedient, seid so gut und gebt mir, was mir von Rechts wegen zukommt: ich wollte fort und mich gerne weiter in der Welt umsehen.&#8217; Da antwortete der Geizhals &#8216;ja, mein lieber Knecht, du hast mir unverdrossen gedient, dafür sollst du mildiglich belohnet werden,&#8217; griff abermals in die Tasche und zählte dem Knecht drei Heller einzeln auf, &#8216;da hast du für jedes Jahr einen Heller, das ist ein großer und reichlicher Lohn, wie du ihn bei wenigen Herren empfangen hättest.&#8217; Der gute Knecht, der vom Geld wenig verstand, strich sein Kapital ein und dachte &#8216;nun hast du vollauf in der Tasche, was willst du sorgen und dich mit schwerer Arbeit länger plagen.&#8217;<span id="more-3918"></span></p>
<p>Da zog er fort, bergauf, bergab, sang und sprang nach Herzenslust. Nun trug es sich zu, als er an ein Buschwerk vorüberkam, daß ein kleines Männchen hervortrat und ihn anrief &#8216;wo hinaus, Bruder Lustig? ich sehe, du trägst nicht schwer an deinen Sorgen.&#8217; &#8216;Was soll ich traurig sein,&#8217; antwortete der Knecht, &#8216;ich habe vollauf, der Lohn von drei Jahren klingelt in meiner Tasche.&#8217; &#8216;Wieviel ist denn deines Schatzes?&#8217; fragte ihn das Männchen. &#8216;Wieviel? drei bare Heller, richtig gezählt.&#8217; &#8216;Höre,&#8217; sagte der Zwerg, &#8216;ich bin ein armer bedürftiger Mann, schenke mir deine drei Heller: ich kann nichts mehr arbeiten, du aber bist jung und kannst dir dein Brot leicht verdienen.&#8217; Und weil der Knecht ein gutes Herz hatte und Mitleid mit dem Männchen fühlte, so reichte er ihm seine drei Heller und sprach &#8216;in Gottes Namen, es wird mir doch nicht fehlen.&#8217; Da sprach das Männchen &#8216;weil ich dein gutes Herz sehe, so gewähre ich dir drei Wünsche, für jeden Heller einen, die sollen dir in Erfüllung gehen.&#8217; &#8216;Aha,&#8217; sprach der Knecht, &#8216;du bist einer, der blau pfeifen kann. Wohlan, wenns doch sein soll, so wünsche ich mir erstlich ein Vogelrohr, das alles trifft, wonach ich ziele; zweitens eine Fiedel, wenn ich darauf streiche, so muß alles tanzen, was den Klang hört; und drittens, wenn ich an jemand eine Bitte tue, so darf er sie nicht abschlagen.&#8217; &#8216;Das sollst du alles haben,&#8217; sprach das Männchen, griff in den Busch, und, denk einer, da lag schon Fiedel und Vogelrohr in Bereitschaft, als wenn sie bestellt wären. Er gab sie dem Knecht und sprach &#8216;was du dir immer erbitten wirst, kein Mensch auf der Welt soll dirs abschlagen.&#8217;</p>
<p><a href="http://westfalen-nord.net/wp-content/uploads/adsc.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-3920" title="adsc" src="http://westfalen-nord.net/wp-content/uploads/adsc.jpg" alt="" width="165" height="252" /></a>&#8216;Herz, was begehrst du nun?&#8217; sprach der Knecht zu sich selber und zog lustig weiter. Bald darauf begegnete er einem Juden mit einem langen Ziegenbart, der stand und horchte auf den Gesang eines Vogels, der hoch oben in der Spitze eines Baumes saß. &#8216;Gottes Wunder!&#8217; rief er aus&#8217; &#8216;so ein kleines Tier hat so eine grausam mächtige Stimme! wenns doch mein wäre! wer ihm doch Salz auf den Schwanz streuen könnte!&#8217; &#8216;Wenns weiter nichts ist,&#8217; sprach der Knecht, &#8216;der Vogel soll bald herunter sein,&#8217; legte an und traf aufs Haar, und der Vogel fiel herab in die Dornhecken. &#8216;Geh, Spitzbub,&#8217; sagte er zum Juden, &#8216;und hol dir den Vogel heraus.&#8217; &#8216;Mein&#8221; sprach der Jude, &#8216;laß der Herr den Bub weg, so kommt ein Hund gelaufen; ich will mir den Vogel auflesen, weil Ihr ihn doch einmal getroffen habt,&#8217; legte sich auf die Erde und fing an, sich in den Busch hineinzuarbeiten. Wie er nun mitten in dem Dorn steckte, plagte der Mutwille den guten Knecht, daß er seine Fiedel abnahm und anfing zu geigen. Gleich fing auch der Jude an die Beine zu heben und in die Höhe zu springen: und je mehr der Knecht strich, desto besser ging der Tanz. Aber die Dörner zerrissen ihm den schäbigen Rock, kämmten ihm den Ziegenbart und stachen und zwickten ihn am ganzen Leib. &#8216;Mein,&#8217; rief der Jude, &#8216;was soll mir das Geigen! laß der Herr das Geigen, ich begehre nicht zu tanzen.&#8217; Aber der Knecht hörte nicht darauf und dachte &#8216;du hast die Leute genug geschunden, nun soll dirs die Dornhecke nicht besser machen,&#8217; und fing von neuem an zu geigen, daß der Jude immer höher aufspringen mußte, und die Fetzen von seinem Rock an den Stacheln hängen blieben. &#8216;Au weih geschrien!&#8217; rief der Jude, &#8216;geb ich doch dem Herrn, was er verlangt, wenn er nur das Geigen läßt, einen ganzen Beutel mit Gold.&#8217; &#8216;Wenn du so spendabel bist,&#8217; sprach der Knecht, &#8216;so will ich wohl mit meiner Musik aufhören, aber das muß ich dir nachrühmen, du machst deinen Tanz noch mit, daß es ei ne Art hat;&#8217; nahm darauf den Beutel und ging seiner Wege.</p>
<p>Der Jude blieb stehen und sah ihm nach und war still, bis der Knecht weit weg und ihm ganz aus den Augen war, dann schrie er aus Leibeskräften &#8216;du miserabler Musikant, du Bierfiedler: wart, wenn ich dich allein erwische! ich will dich jagen, daß du die Schuhsohlen verlieren sollst; du Lump, steck einen Groschen ins Maul, daß du sechs Heller wert bist,&#8217; und schimpfte weiter, was er nur losbringen konnte. Und als er sich damit etwas zugute getan und Luft gemacht hatte, lief er in die Stadt zum Richter. &#8216;Herr Richter, au weih geschrien! seht, wie mich auf offener Landstraße ein gottloser Mensch beraubt und übel zugerichtet hat: ein Stein auf dem Erdboden möcht sich erbarmen: die Kleider zerfetzt! der Leib zerstochen und zerkratzt! mein bißchen Armut samt dem Beutel genommen! lauter Dukaten, ein Stück schöner als das andere: um Gotteswillen, laßt den Menschen ins Gefängnis werfen.&#8217; Sprach der Richter &#8216;wars ein Soldat, der dich mit seinem Säbel so zugerichtet hat?&#8217; &#8216;Gott bewahr!&#8217; sagte der Jude, &#8216;einen nackten Degen hat er nicht gehabt, aber ein Rohr hat er gehabt auf dem Buckel hängen und eine Geige am Hals; der Bösewicht ist leicht zu erkennen.&#8217; Der Richter schickte seine Leute nach ihm aus, die fanden den guten Knecht, der ganz langsam weitergezogen war, und fanden auch den Beutel mit Gold bei ihm. Als er vor Gericht gestellt wurde, sagte er &#8216;ich habe den Juden nicht angerührt und ihm das Geld nicht genommen, er hat mirs aus freien Stücken angeboten, damit ich nur aufhörte zu geigen, weil er meine Musik nicht vertragen konnte.&#8217; &#8216;Gott bewahr!&#8217; schrie der Jude, &#8216;der greift die Lügen wie Fliegen an der Wand.&#8217; Aber der Richter glaubte es auch nicht und sprach &#8216;das ist eine schlechte Entschuldigung, das tut kein Jude,&#8217; und verurteilte den guten Knecht, weil er auf offener Straße einen Raub begangen hätte, zum Galgen. Als er aber abgeführt ward, schrie ihm noch der Jude zu &#8216;du Bärenhäuter, du Hundemus ikant, jetzt kriegst du deinen wohlverdienten Lohn.&#8217; Der Knecht stieg ganz ruhig mit dem Henker die Leiter hinauf, auf der letzten Sprosse aber drehte er sich um und sprach zum Richter &#8216;gewährt mir noch eine Bitte, eh ich sterbe.&#8217; &#8216;Ja,&#8217; sprach der Richter, &#8216;wenn du nicht um dein Leben bittest.&#8217; &#8216;Nicht ums Leben,&#8217; antwortete der Knecht, &#8216;ich bitte, laßt mich zu guter Letzt noch einmal auf meiner Geige spielen.&#8217; Der Jude erhob ein Zetergeschrei &#8216;um Gotteswillen, erlaubts nicht, erlaubts nicht.&#8217; Allein der Richter sprach &#8216;warum soll ich ihm die kurze Freude nicht gönnen: es ist ihm zugestanden, und dabei soll es sein Bewenden haben.&#8217; Auch konnte er es ihm nicht abschlagen wegen der Gabe, die dem Knecht verliehen war. Der Jude aber rief &#8216;au weih! au weih! bindet mich an, bindet mich fest.&#8217; Da nahm der gute Knecht seine Geige vom Hals, legte sie zurecht, und wie er den ersten Strich tat, fing alles an zu wabern und zu wanken, der Richter, die Schreiber und die Gerichtsdiener: und der Strick fiel dem aus der Hand, der den Juden festbinden wollte: beim zweiten Strich hoben alle die Beine, und der Henker ließ den guten Knecht los und machte sich zum Tanze fertig: bei dem dritten Strich sprang alles in die Höhe und fing an zu tanzen, und der Richter und der Jude waren vorn und sprangen am besten. Bald tanzte alles mit, was auf den Markt aus Neugierde herbeigekommen war, alte und junge, dicke und magere Leute untereinander: sogar die Hunde, die mitgelaufen waren, setzten sich auf die Hinterfüße und hüpften mit. Und je länger er spielte, desto höher sprangen die Tänzer, daß sie sich einander an die Köpfe stießen und anfingen jämmerlich zu schreien. Endlich rief der Richter ganz außer Atem &#8216;ich schenke dir dein Leben, höre nur auf zu geigen.&#8217; Der gute Knecht ließ sich bewegen, setzte die Geige ab, hing sie wieder um den Hals und stieg die Leiter herab. Da trat er zu dem Juden, der auf der Erde lag und nach Atem schnappte, und sagte &#8216;Spitzbube, jetzt gesteh, wo du das Geld her hast, oder ich nehme meine Geige vom Hals und fange wieder an zu spielen.&#8217; &#8216;Ich habs gestohlen, ich habs gestohlen,&#8217; schrie er, &#8216;du aber hasts redlich verdient.&#8217; Da ließ der Richter den Juden zum Galgen führen und als einen Dieb aufhängen.</p>
<p>Gebrüder Grimm</p>
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