Alles Hitler oder was?

von schriftleitung | Thema: Berichte, Kritisch betrachtet | 23. Juli 2010

Einen Bericht welcher Guido Knopp sicher gefallen würde erschien am 20.07 in der Neuen Westfälischen. Dort wurde der ” lieblingsmarsch” eines alten Bekannten, geboren in Braunau, gespielt. der “Badenweiler Marsch”. Während sich einige Gutbürger diesbezüglich wieder die Haare raufen und vor lauter Schamgefühl am liebsten die Klagemauer mit der Zahnbürsten putzen würden, fragen wir uns ” Wie bescheuert sind die Deutschen eigentlich? ” Gespielt wurde dieser Marsch auf dem Salzkottener Schützenfest. Böse böse böse.

Hitler trug Anzüge. Wer also demnächst heiraten möchte, sollte sich vorher besser überlegen ob er  seine Braut nicht lieber  in Jeans und Takko-Shirt zum Traualtar führt.

Hitler hatte einen Hund. Hitler trug einen Bart. Hitler wohnte in einem Haus. Hitler schlief in einem Bett. Hitler lies sich beim Friseur die Haare schneiden. Hitler liebte die Kunst. Hitler( und jetzt halten sie sich fest) hat sogar regelmäßig geduscht. Dafür hat er (und jetzt kommt das beste) Seife benutzt.

Nun den. Wir könnten diese Auflistung endlos fortführen. Allerdings würde dass für den geneigten Leser bedeuten, das er nichts mehr darf ohne sich vorher vergewissert zu haben das Hitler dieses nicht auch getan, gedacht, gegessen, getrunken hat. Das Leben schreibt so manche Dramen.

Wir hoffen auf baldige Genesung, den unserer Meinung nach muss man schon Geisteskrank sein um sich über solche belanglose Scheiße aufzuregen.

Hier nun der Bericht:

Paderborner Kreiszeitung / Neue Westfälische , 20.07.2010 :

Marsch war Hitlers Hymne / Weshalb der Verner Musikverein beim Zusammenspiel während des Schützenfestes ein Stück nicht mitspielte

Von Andreas Götte

Salzkotten. Manch einer wird sich am frühen Sonntagabend in der Sälzerhalle während des Gemeinschaftspiels der acht Kapellen und Musikvereine ein wenig gewundert haben. Beim “Badenweiler Marsch” blieben die Instrumente einer Formation stumm.

Die rund 70 Aktiven des Verner Musikvereins Frohsinn spielten den im Jahr 1914 komponierten Marsch nicht mit. Auch das Saxophon von Thomas Schlößer war an dem Abend nicht zu hören. “Das Stück wurde früher nur gespielt, wenn Hitler anwesend war. Es gilt als dessen Lieblingsmarsch”, erklärt der Pressewart des Verner Musikvereins. Wegen der Nähe zum Diktator sei der Marsch per Dienstanweisung aus politischen Gründen bei Polizei und Bundeswehr verboten.

Vorstand und Spielersitzung hätten im Vorfeld des Salzkottener Schützenfestes mehrheitlich dafür entschieden, das Stück nicht mitzuspielen. “Wir finden so etwas nicht richtig”, betont der Musiker und möchte mit dem Verhalten auch als Vorbild vorangehen.

Warum die rund 450 anderen Musiker den Badenweiler Marsch intoniert hätten, wisse er nicht. Anderen Kapellen sei vielleicht die Historie des Marsches nicht so bekannt. “Wir haben uns vielleicht ein bisschen mehr Gedanken gemacht”, mutmaßt Thomas Schlößer.

Gedanken über das Erklingen des Badenweiler Marsches während des Sälzer Schützenfestes macht sich Schützenoberst Rudolf Keuper hingegen in dieser Richtung nicht: “Ich sehe das nicht so eng. Das Stück ist uralt und kann nichts dafür, dass es von Hitler vereinnahmt worden ist”, sagte er gestern während des Vogelschießens der Jungschützen. Im übrigen gehöre er dem Schützenvorstand seit 36 Jahren an. Den Marsch habe man in vielen Orten im Kreis Paderborn während eines Schützenfestes gespielt. “Plötzlich macht man sich darüber Gedanken”, sagt er. Der oberste Schützenchef in Salzkotten bevorzugt persönlich lieber den “Marsch der Medici”, erzählt er.

Dass die Verner den Badenweiler Marsch nicht mitspielen werden, war dem Oberst im Vorfeld bekannt. “Ich habe Verständnis dafür”, betont er. Im übrigen habe er auf die Auswahl der Musikstücke während des Schützenfestes keinen Einfluss. Die Musik müsse natürlich zum Schützenfest passen.

Dem Vernehmen nach soll ein Schütze aus den Reihen der St.-Johannes-Schützenbruderschaft sich den betreffenden Marsch gewünscht haben und dafür jedem Verein 1.500 Euro für dessen Jugendarbeit versprochen haben. Thomas Schlößer hat das gestern bestätigt. “Wir lassen uns nicht kaufen”, so sein Kommentar. Dieser Vorgang ist Rudolf Keuper nicht bekannt gewesen. “Das ist Sache des jeweiligen Schützenbruders und ein ganz normaler Vorgang”, so Keuper gestern gegenüber der NW. Auch er habe schon mal Geld für ein anderes Musikstück gespendet.