1. Mrz. 2010

Mit Interesse durfen wir der Schaumburger Zeitung vom 28. Februar 2010 entnehmen, dass auch dort das nationale Infoportal Westfalen-Nord hoch im Kurs steht. Hintergrund des Artikels ist EIN Aufkleber von Westfalen-Nord, welcher von einem Aktivisten in Rinteln verklebt wurde. Scheinbar Grund genug deswegen sofort auf “Alarmstufe Rot” zu gehen.

Noch immer hat die Polizei keinen der jugendlichen Straftäter der Rintelner Überfallserie (wir berichten) geschnappt. Statt dessen gibt nun der Chef-Inspektor vom Staatsschutz  der PI Nienburg/Schaumburg lustige Schlaumeierkommentare ab. So heißt es dazu in der Schaumburger Zeitung:

Michael Pöhler, Kriminalhauptkommissar und Leiter des Fachkommissariats Staatsschutz in Nienburg, teilt auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass ähnliche hetzerische Aufkleber bereits im vergangenen Jahr aufgetaucht seien – doch wie im letzten Jahr sei von der Polizei auch bei dem neuen Aufkleber kein strafrechtlicher Hintergrund erkannt worden. „Obwohl natürlich klar ist, in welche Richtung dieser Aufkleber deutet“, so Pöhler. Es wurde jedoch Anzeige gegen Unbekannt erstattet und ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen „wilden Plakatierens“ eingeleitet. „Das mag sinnlos erscheinen, doch falls wir den Täter erwischen, führt uns das vielleicht auch vor dem politischen Hintergrund des Aufklebers weiter“, erläutert Pöhler. „In Kürze steht ja in Bad Nenndorf wieder der sogenannte Trauermarsch der Rechtsextremen an und möglicherweise besteht ja ein Zusammenhang zwischen Marsch und Aufkleber“, mutmaßt Pöhler. „Wir werden das also im Auge behalten.“

An dieser Stelle möchten wir anmerken, dass für uns ein Zusammenhang zwischen Aufkleber und Trauermarsch Bad Nenndorf nicht nachvollziehbar ist. Vielleicht kombiniert der Herr Chef-Inspektor, – nach dem Lesen vor drei Sherlok Holmes Büchern – dass es sich nicht nur im Fall des alliierten Folterlagers Bad Bad Nenndorf, sondern auch bei der Rintelner Überfallserie bei den Tätern um Ausländer handelt!

Für den nationalen Aktivisten der Hinweis, dass bei uns immer Material für die politische Tat bestellt werden kann! Für unseren interessierten Leser an dieser Stelle der komplette Artikel:

Hetz-Aufkleber: Anzeige wegen „wilden Plakatierens“

Rinteln (pk). Sie hätten die Schnauze voll von „ihnen“. Und Schwule könnten sie auch nicht leiden. So verkündete es ein Aufkleber auf einem Verkehrsschild Ecke Ritterstraße/Pomeranzengasse. Wer mit „ihnen“ gemeint ist, geht aus dem Foto auf dem Aufkleber nicht eindeutig hervor. Zu sehen ist lediglich eine Gruppe Jugendlicher, die betont cool für die Kamera posiert, einige lächeln.

Doch vor dem Hintergrund der Unterzeile, „national und sozialistisch“ ist denkbar, dass hier ein rassistisches Angstbild bedient werden soll. Und zwar das vom „bösen Ausländer“ – zumindest haben ein paar der Jugendlichen schwarzes Haar. Laut Aufschrift zeichnet ein gewisser Marcel Kreft aus Rinteln für den Aufkleber verantwortlich – der Polizei Nienburg zufolge gibt es jedoch keinen Marcel Kreft in Rinteln. Die tatsächlich verantwortlichen Unbekannten bezeichnen sich jedenfalls als „national und sozialistisch“ und sind darüber hinaus die Betreiber der Website www.westfalen-nord.net.

Michael Pöhler, Kriminalhauptkommissar und Leiter des Fachkommissariats Staatsschutz in Nienburg, teilt auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass ähnliche hetzerische Aufkleber bereits im vergangenen Jahr aufgetaucht seien – doch wie im letzten Jahr sei von der Polizei auch bei dem neuen Aufkleber kein strafrechtlicher Hintergrund erkannt worden. „Obwohl natürlich klar ist, in welche Richtung dieser Aufkleber deutet“, so Pöhler. Es wurde jedoch Anzeige gegen Unbekannt erstattet und ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen „wilden Plakatierens“ eingeleitet. „Das mag sinnlos erscheinen, doch falls wir den Täter erwischen, führt uns das vielleicht auch vor dem politischen Hintergrund des Aufklebers weiter“, erläutert Pöhler. „In Kürze steht ja in Bad Nenndorf wieder der sogenannte Trauermarsch der Rechtsextremen an und möglicherweise besteht ja ein Zusammenhang zwischen Marsch und Aufkleber“, mutmaßt Pöhler. „Wir werden das also im Auge behalten.“

Auskünfte über die Betreiber der Internetseite könnten indes nicht gemacht werden, da sich der Server der Seite in den USA befinde. Die Stadt Rinteln sei von der Polizei aber bereits über den Aufkleber informiert worden. In der Zwischenzeit hat sich ein Unbekannter, der offenbar mit dem Aufkleber nicht einverstanden war, ein Herz gefasst und den Hetz-Aufkleber zerkratzt.

Der inzwischen von einem Unbekannten unleserlich gemachte Aufkleber an der Ecke Ritterstraße/Pomeranzengasse. Foto: pk

Quelle: Schaumburger Zeitung von 28. März 2010

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